Bauern brauchen Zugang zu verbessertem Saatgut
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Bauern brauchen Zugang zu verbessertem Saatgut

Gemäss FAO brauchen Landwirte auf der ganzen Welt besseren Zugang zu optimiertem Saatgut. Nur so liessen sich bis zum Jahr 2050 zehn Milliarden Menschen ernähren. Aufgrund der sich verschlechternden Anbaubedingungen durch den Klimawandel seien Bauern auf produktivere, nährstoffreichere und klimaresistentere Pflanzensorten angewiesen.

Dienstag, 9. November 2021

Der «Schweizer Bauer» berichtet über eine Konferenz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) in Rom zur Entwicklung der Saatgutbranche. Dabei betonte FAO-Generalsekretär Qu Dongyu, dass die Pflanzenproduktivität durch Wissenshaft und Innovation gesteigert werden müsse. Um im Jahr 2050 zehn Milliarden Menschen ernähren zu können, brauche es gegenüber heute eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion um 50 Proznt.

Innovatives Saatgut spiele zudem auch bei der Verringerung von Treibhausgasen eine wichtige Rolle: «Saatgut ist die Grundlage der Agrar- und Ernährungssysteme. Wir sind auf umweltfreundliches Saatgut angewiesen, um Nahrungsmittel, Futtermittel, Fasern und Treibstoff zu produzieren», sagt Qu. Innovationen seien wichtig, um den Nutzen der Agrar- und Ernährungssysteme zu verbessern.


Höhere Erträge und Einkommen

Nationale Regierungen sollten Initiativen für eine verbesserte Saatgut-Wertschöpfungskette starten. Die FAO, so Qu, werde die Staaten bei diesem Vorhaben unterstützen. Den Schlüssel, um den Hunger zu beenden, hielten die Staaten jedoch in ihren eigenen Händen. Die Bedeutung von optimiertem Saatgut hob auch die Geschäftsführerin der Pan-African Farmers Organization (PAFO) hervor. Sie ermöglichen den Bauern höhere Ernteerträge und damit ein höheres Einkommen. Die PAFO vertritt die Interessen von Bauernverbänden in knapp 50 afrikanischen Ländern.

Wie Neuzüchtungen im Kampf gegen den Hunger helfen
Neue Züchtungsmethoden können helfen, die oben beschriebenen Ziele zu erreichen. Ein Beispiel ist der äthiopische Professor Dr. Zerihun Tadele, der an der Universität Bern an resistenteren Tef-Sorten forscht. Tef gehört zu den Süssgräsern und ist eine spezielle Hirsenart. Es ist das wichtigste Getreide in Äthiopien und Eritrea. Züchtungsmethoden wie die Genom-Editierung sind eine Chance für kleine Züchter und regionale Sorten, da einfacher und erschwinglicher als die konventionelle Gentechnik. Das verbesserte Saatgut hilft auch vielen Kleinbauern.

Auch die ETH ist an der Suche nach verbessertem Saatgut beteiligt. So wurde dort nicht nur der Vitamin A-angereicherte Golden Rice erforscht, sondern auch mit weiteren essentiellen Mikronährstoffen angereicherte Maniok- und Reissorten. Damit kann Mangelernährung verhindert und vor allem in Entwicklunsländern Kindern ein etwas gesünderer Start ins Leben ermöglicht werden.

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