«Dem Schweizer Wasser geht es schlecht.»
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«Dem Schweizer Wasser geht es schlecht.»

Im Gegenteil. Unsere Oberflächengewässer, das Grundwasser sowie das Trinkwasser sind in einem sehr guten Zustand. Unsere Wasserqualität steht im internationalen Vergleich top da. Von schlechter Schweizer Wasserqualität kann nicht die Rede sein.

Samstag, 2. November 2019

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Trinkwasser in der Schweiz ist von guter Qualität.
  • Der Gewässerschutz ist ein zentrales und prioritäres Thema im nationalen Aktionsplan des Bundesrates zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.
  • Landwirtschaft, Behörden und Industrie arbeiten bereits intensiv daran, unerwünschte Einträge kontinuierlich zu reduzieren. Einen wichtigen Beitrag leistet auch die Forschung, um den Pflanzenschutz möglichst zielgenau und nachhaltig zu gestalten.

Der Gewässerschutz geniesst in der Schweiz zu Recht einen sehr hohen Stellenwert. Die Wasserqualität wird laufend mittels eines dichten Messstellen-Netzes überwacht. Die Zielvorgaben sind äusserst streng. Verschiedene Behörden – darunter das BLV und das BAFU – stufen die Trinkwasserqualität in der Schweiz als sehr gut ein. Gemäss dem Bericht der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA von 2019 liegen schweizweit lediglich zwei Prozent der Grundwassermessstellen über dem äusserst strengen Grenzwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter für Pflanzenschutzmittel und ihren Abbauprodukten.

Grenzwert sagt nichts zu Risiko

Dieser Grenzwert ist jedoch nicht aus toxikologischen Studien abgeleitet. Er wurde festgelegt, als man noch nicht genauer messen konnte. Eine Überschreitung bedeutet noch lange kein Gesundheitsrisiko. Wie streng die Grenzwerte sind, verdeutlicht folgendes Beispiel: Gemäss Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit liegt beispielsweise die maximal zulässige Tagesdosis an Chlorothalonil bei 0,015 Milligramm pro Kilogramm Köpergewicht. Eine 90 Kilogramm schwere Person müsste an einem Tag 13'500 Liter Wasser trinken, um diesen Wert zu erreichen.

Viele haben den Eindruck, dass grosse Probleme bei der Wasserqualität bestehen. Das ist nachweislich falsch. Die heutigen Messinstrumente sind so hochentwickelt, dass sie einen Würfelzucker im Bodensee nachweisen könnten. Vielfach werden denn auch nur sehr geringe, weit unter den bereits sehr strengen Grenzwerten liegende Konzentrationen von Schadstoffen entdeckt. In den Schlagzeilen werden diese dann bereits als gefährliche Belastung fehlinterpretiert.

Blindspot-Artikel

Eine umfassend nachhaltige Lebensmittelproduktion und eine gesunde Ernährung sind komplexe Themenfelder. Es braucht die Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln. Doch unliebsame Fakten kommen in der öffentlichen Diskussion häufig zu kurz. Wir beleuchten, was gerne im Schatten bleibt. So kommen die Zielkonflikte zur Sprache.

Verkauf von Pestiziden rückläufig

Die öffentliche Wahrnehmung, wonach die Trinkwasserqualität aufgrund eines steigenden Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft abnimmt, ist falsch. Das belegt auch die jüngste Verkaufsstatistik des Bundes. Die Gesamtmenge an verkauften Pestiziden ist seit Jahren rückläufig. Auch der Verkauf von Pflanzenschutzmitteln mit besonderem Risikopotenzial ist gesunken. In der konventionellen Landwirtschaft ist ihr Absatz in den letzten zehn Jahren um 35 Prozent gesunken.

Ganz zentral für die weitere Verbesserung der Wasserqualität ist der vorschriftsgemässe und professionelle Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Erosion und Abschwemmung gilt es zu vermeiden. Auch das Befüllen, Entleeren und Reinigen von Pflanzenschutz-Spritzgeräten muss professionell erfolgen. Hier leisten gerade auch die Anbieter von Pflanzenschutzmitteln erfolgreiche Unterstützung.


Trinkwasser qualitativ hochstehend

Der Gewässerschutz in der Schweiz ist ein grosser Erfolg. Seen und Flüsse sind sauber und laden zum Baden ein. Auch unserem Grundwasser geht es sehr gut. Wichtig ist, dass die Qualität des Schweizer Grundwassers es nach wie vor problemlos erlaubt, genügend einwandfreies Trinkwasser zu gewinnen. 40% des Grundwassers, welches für die Trinkwasserversorgung genutzt wird, kann ohne Behandlung ins Leitungsnetz eingespeist werden. Bei den restlichen 60% reicht eine einfache Desinfektion aus. Dies ist weltweit ein Spitzenwert und in vielen (auch europäischen) Ländern undenkbar.

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