Gemüseknappheit führt zu höheren Preisen
Die Unwetter der vergangenen Wochen beeinträchtigen die Ernten von Schweizer Gemüsebauern. Sie können die Nachfrage nach einheimischem Gemüse nur teilweise decken. Höhere Preise und mehr Importe aus dem Ausland sind die Folgen.
Mittwoch, 15. September 2021
Aufgrund des schlechten Wetters mit Hagel und übermässigem Regen können viele Bauern ihre zweite Ernte nicht einfahren. Auch das erneute Ansäen ist nicht möglich. Das Gemüse wächst aufgrund durchnässter Böden und mangelndem Sonnenlicht schlechter als üblich. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, sind bei gewissen Freilandkulturen wie Broccoli, Kabis oder Blumenkohl Totalschäden zu verzeichnen. Die Ernten der Bauern fallen niedriger aus als in anderen Jahren.
Schädlingsbekämpfung erschwert
Der verregnete Sommer 2021 wird gemäss Gemüseproduzenten bis in den nächsten Frühling spürbar sein. Auch die Produktion von Lagergemüse wird durch das schlechte Wetter beeinträchtigt. Die Nässe begünstigt zudem die Verbreitung vieler Schadorganismen. Gleichzeitig ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erschwert. Wegen der aufgeweichten Böden können viele Landwirte mit ihren Landmaschinen nicht aufs Feld fahren. Die Konsequenz ist ein reduziertes Angebot an Schweizer Gemüse. Die Preise steigen und mehr Importgemüse kommt auf den Markt.
Sources
Ähnliche Artikel
Unerwünschte Einwanderer: Warum Pestizide bei invasiven Arten unverzichtbar sind
Sie sind klein, reisefreudig und äusserst hartnäckig: Invasive Arten breiten sich in der Schweiz zunehmend aus. Ob Japankäfer, Asiatische Hornisse oder neu entdeckte Ameisenarten – die ungebetenen Gäste bedrohen nicht nur unsere einheimische Natur, sondern auch Landwirtschaft und Siedlungsgebiete. Es braucht dringend Pestizide – also Biozide und Pflanzenschutzmittel – , um die Schädlinge wirksam zu bekämpfen.
Gene Drive gegen Malaria: Segen oder ökologisches Wagnis?
Krankheiten wie Malaria fordern jährlich Hunderttausende Opfer. Mit dem sogenannten Gene Drive steht ein Werkzeug bereit, das die Überträger-Mücken theoretisch ausrotten könnte. Doch es stellen sich ethische und ökologische Grundsatzfragen.
Das Nadelöhr des Hungers: Wie die Krise am Golf die Weltmärkte erschüttert
Während in der Schweiz die Heizölpreise Achterbahn fahren, droht andernorts eine Katastrophe weit grösseren Ausmasses. Die Blockade der Strasse von Hormus kappt nicht nur die Ölversorgung, sondern unterbricht die weltweite Lebensader für Düngemittel – mit fatalen Folgen für die globale Ernährungssicherheit.
Neue genomische Techniken bei Pflanzen: Was die Gen-Schere kann - und was (noch) nicht
Mit dem CRISPR/Cas-Verfahren lässt sich das Erbgut so gezielt und effizient verändern wie nie zuvor. Vor allem in der Pflanzenzucht sind mit der «Gen-Schere» grosse Hoffnungen verbunden: Widerstandsfähige Sorten, die Krankheiten und Schädlingen standhalten, Dürreperioden überstehen und zugleich höhere Erträge liefern. Doch wie realistisch sind diese Erwartungen? Was kann Genom-Editing heute tatsächlich leisten – und welche Fortschritte sind in naher Zukunft zu erwarten?