Insekten: Die Proteinquelle von morgen?
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Insekten: Die Proteinquelle von morgen?

Insekten gelten schon seit längerem als das Super Food der Zukunft. Sie sind reich an Proteinen, benötigen weniger Land und Wasser, und haben eine bessere CO2-Bilanz als herkömmliches Fleisch. Wenn die Menschheit bis zum Jahr 2050 zehn Milliarden Menschen gesund ernähren und gleichzeitig den Planeten schützen will, braucht sie alternative Proteinquellen. Mehlwürmer oder Käfer könnten schon bald auf unserem Speiseplan stehen.

Freitag, 19. November 2021

Das Wichtigste in Kürze

  • Um im Laufe dieses Jahrhunderts zehn Milliarden Menschen nachhaltig ernähren zu können, brauchen wir alternative Proteinquellen.
  • Eine Möglichkeit ist die Zucht von Insekten wie Heuschrecken, Würmer oder Käfer.
  • Sie enthalten viel Protein und benötigen gleichzeitig weniger Land und Wasser. Auch ihre CO2-Bilanz ist besser als vom gewohnten tierischen Fleisch.

«Um 9 Milliarden Menschen zu ernähren, muss die essbare Welt neu gedacht werden», schreibt der «Economist». Das Problem dieses Jahrhunderts ist die Produktion von genügend gesunder Nahrung für eine wachsende Weltbevölkerung. Doch aufgrund des Klimawandels und der ohnehin schon starken Belastung der Ökosysteme muss auf gleichbleibender Fläche mehr Ertrag erzielt werden. Fruchtbarer Boden wird immer mehr zur Mangelware. Über platzsparende Anbaualternativen wird rege diskutiert. Neben der Produktion von Mikroalgen oder Seegras gehört hier auch die Insektenzucht dazu.

Die Sendung Terra X des «ZDF» hat sich mit Insekten als zukünftigen Lebensmitteln auseinandergesetzt – und dabei selbst degustiert. (Video: ZDF)

Insekten in vielen Regionen bereits auf dem Speiseplan

Es mag besonders für Europäer ungewohnt klingen. Doch Insekten gehören bereits heute zum Speiseplan von geschätzt zwei Milliarden Menschen – so zum Beispiel in der mexikanischen, thailändischen oder südafrikanischen Küche. Und es gibt gute Gründe, auch in nördlicheren Hemisphären mehr Würmer, Heuschrecken oder Käfer zu essen. Insekten wandeln ihnen zugeführte Ressourcen wie Nährstoffe und Wasser viel effizienter in Proteine um als andere von Menschen verzehrten Tiere. Gewisse Insekten enthalten mehr Protein als Eier oder Fleisch. Die Insektenzucht benötigt viel weniger Land und Wasser – was die CO2-Bilanz gegenüber Rindern, Schweinen oder Hühnern deutlich verbessert. Als Nahrung können Lebensmittelabfälle verwendet werden, was den Food Waste reduziert.


Auch für die Tierzucht geeignet

Etwas weniger ambitioniert, aber dennoch hilfreich für den Klimaschutz, könnte die Verfütterung von insektenbasierter Nahrung in der Tierhaltung sein. Die Verwendung von landintensiven Futtermitteln wie Soja hat weitaus stärkere Auswirkungen auf das Klima. Zudem konkurrieren Futtermittel wie Soja mit menschlicher Nahrung. Das ist in Anbetracht des Bevölkerungswachstums und der knapper werdenden Landressourcen wenig sinnvoll. Gleiches gilt auch für die Fischzucht. Heute werden fast 20 Prozent der wild gefangenen Fische zu Fischmehl verarbeitet und in der Fischzucht als Futtermittel verwendet. Auch hier könnte insektenbasiertes Futter eine weitaus nachhaltigere Option darstellen.

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