Invasive Arten gefährden einheimische Pflanzen
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Invasive Arten gefährden einheimische Pflanzen

Die wirtschaftliche Verflechtung der Welt hat über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte stark zugenommen. Durch die rege Handelstätigkeit zwischen den Kontinenten verbreiten sich auch invasive Pflanzen- und Tierarten immer schneller. Für die einheimische Vegetation und Landwirtschaft kann dies zu ernsthaften Problemen führen. Der Kanton Tessin ist gemäss BAFU besonders stark betroffen.

Freitag, 22. Oktober 2021

Das Wichtigste in Kürze:

  • Durch die zunehmende Vernetzung des Welthandels, verteilen sich Invasive Arten immer rascher.
  • Weil sie in den neuen Gebieten kaum natürliche Feinde haben, breiten sie sich rasant aus.
  • Bei landwirtschaftlichen Kulturen richten invasive Schädlinge teilweise verheerende Schäden an.

Ein Beispiel für eine invasive Insektenart ist die Edelkastaniengallwespe. Sie stammt ursprünglich aus China und wurde im Jahr 2002 zum ersten Mal im Piemont nachgewiesen. Von da hat sie sich bis in den Kanton Tessin ausgebreitet. Im Mai 2009 wurde sie dort erstmals entdeckt. Mittlerweile sind fast alle Kastanienwälder im Tessin befallen.


Gefahr für Tessiner Marroni

Das Weibchen der Edelkastaniengallwespe legt ihre Eier in Zweig- und Blütenknospen von Kastanienbäumen. Die Larven schlüpfen nach einem Monat und überwintern unbemerkt in den Knospen. Im Frühling bilden sich dann die auffälligen Gallen an den Trieben, Blättern und Blüten. Die Folge: Blätter deformieren sich, einzelne Triebe sterben ab. Zwar führt der Befall nur in den seltensten Fällen zum Absterben des Baums, doch er wird stark geschwächt. Die Anfälligkeit für andere Krankheiten nimmt zu und die Kastanienproduktion sinkt drastisch. Das hat äusserst negative Folgen für den Marronihandel im Tessin und dem Piemont.

Gallbildung an jungen Trieben eines Kastanienbaums im Frühling (Bild: BAFU).
Gallbildung an jungen Trieben eines Kastanienbaums im Frühling (Bild: BAFU).

Fälle häufen sich

Das Auftreten von exotischen Arten ist in der Schweiz nichts Neues. Doch in den vergangenen Jahren haben sich die Fälle gehäuft. Weitere Beispiele sind der asiatische Laubholzbockkäfer und der Citrusbockkäfer. Sie befallen Laubbäume aller Art und machen diese anfälliger gegenüber Krankheiten und Windbruch. Eine andere Bedrohung geht vom aus China stammenden Götterbaum – einem sogenannten invasiven Neophyten – aus. Er wächst und vermehrt sich sehr schnell und vertreibt somit einheimische Pflanzen. Die natürliche Verjüngung der Wälder wird dadurch verhindert. Und: In der unmittelbaren Umgebung eines Götterbaums wächst nichts anderes mehr.


Artspezifische Bekämpfung erforderlich

Gegen gefährliche invasive Arten sind spezifische Bekämpfungsstrategien nötig. Das Bundesamt für Umwelt hat bereits 2011 ein Konzept erarbeitet um den Schweizer Wald zu schützen. Es können jedoch nicht gegen alle Schadorganismen gleichzeitig Massnahmen entwickelt werden. Gerade für die Landwirtschaft ist der Schutz von Pflanzen enorm wichtig. Rund 40 Prozent der globalen Ernteerträge gehen jährlich durch Schädlinge und Krankheiten verloren. Ohne Pflanzenschutzmittel wären die Verluste wohl doppelt so hoch.

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