Magere Kartoffelernte 2021 führt zu Importen
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Magere Kartoffelernte 2021 führt zu Importen

Die Bilanz der Kartoffelernte 2021 sieht schlecht aus. Das miserable Wetter setzte den Knollen zu und führte zu teilweise grossen Ernte- und Qualitätsverlusten. Dies wirkt sich auch auf die Herstellung von Chips und Pommes frites aus. Zudem werden mehr Kartoffeln importiert.

Freitag, 11. Februar 2022

Die Kartoffelernte 2021 fiel aufgrund des schlechten Wetters deutlich magerer aus als üblich. Dies wirkt sich nun auf die Lagerbestände aus. Sie sind gemäss Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) rund 30 bis 40 Prozent niedriger als in anderen Jahren. Die Branchenorganisation Swisspatat geht davon aus, dass bis zur nächsten Ernte nicht genügend Kartoffeln verfügbar sein werden. Deshalb hat das BLW auf Antrag von Swisspatat die Importkontingente für Speisekartoffeln und Veredelungskartoffeln um je 20'000 Tonnen erhöht.


Niedrige Ernte zeichnete sich ab

Dass die Erträge viel niedriger ausfallen, zeichnete sich bereits im Herbst 2021 ab. Gemäss «SRF» haben sich die Hagelschläge im Sommer sowie die nicht endende Nässe auf Menge und Qualität der Schweizer Kartoffeln ausgewirkt. Die Kartoffeln waren im Allgemeinen kleinfallend, was dazu führte, dass auch die Erntemenge geringer ausfiel. Die kleineren Knollen sowie Risse erschweren die Verarbeitung. Wie Ruedi Fischer, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten gegenüber «SRF» sagt, könne man die schlechtere Qualität der Kartoffeln auch den Chips und Pommes frites ansehen: «Es kann bei genauem Hinsehen sein, dass man kleine Risse bei den Pommes Chips bemerkt. Das ist aber für den Konsum absolut unbedenklich.»


Bis zu 50 Prozent Ertragseinbussen

Da die Kartoffeln im Innern oft hohl sind, wird auch ihre Verarbeitung zu Pommes frites schwierig. Jedoch steht ihrem Genuss nichts im Weg. Schlimmer wiegen die teilweise enormen Ertragsausfälle. Auf einzelnen Betrieben kam es sogar zu Totalausfällen. «Im Vergleich zum letzten Jahr, in dem wir eine gute Ernte hatten, haben wir dieses Jahr bis zu 30 Prozent weniger Ertrag. Je nach Betrieb und Region können es auch bis 50 Prozent weniger sein», sagte Fischer im Herbst 2021 zu «SRF». Das heisst: Die finanziellen Einbussen für den jeweiligen Kartoffelproduzenten sind sehr gross, denn Ausfälle werden nicht entschädigt. Trotz der höheren Preise, die die Kartoffelproduzenten nun von den Abnehmern erhalten: Auch finanziell war 2021 für sie ein Jahr zum Vergessen.

Präzisionszüchtung böte Abhilfe

Die fehlenden Speisekartoffeln und Kartoffeln für den Chipsanbau werden importiert; bereits 2021 hat der Bund die Importkontingente zweimal erhöht. Grosse Ernteausfälle treffen die Bio-Landwirte noch härter, wie «Le Temps» berichtet. Das als Fungizid gegen die Kraut- und Knollenfäule eingesetzte Kupfer wirkte nicht nur ungenügend, sondern reichert sich als Schwermetall auch im Boden an.

Nebst modernen synthetischen Fungiziden böten präzise Züchtungsmethoden wie die nobelpreis-gekrönte Genschere CRISPR/Cas Abhilfe. Mit ihrer Hilfe lassen sich zum Beispiel Resistenzgene aus Wildkartoffeln einfach in beliebte Kartoffelsorten einschleusen. Die Kartoffeln können der Kraut- und Knollenfäule trotzen, Food Waste auf dem Acker wird verhindert.

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