Magere Kartoffelernte wirkt sich auf Chips und Pommes frites aus
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Magere Kartoffelernte wirkt sich auf Chips und Pommes frites aus

Die Bilanz der diesjährigen Kartoffelernte sieht schlecht aus. Das miserable Wetter setzte den Knollen zu und führte zu teilweise grossen Ernte- und Qualitätsverlusten. Dies wird sich auch auf die Herstellung von Chips und Pommes frites auswirken.

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Die Kartoffelernte 2021 geht dem Ende zu. Gemäss «SRF» ist die Bilanz ernüchternd. Die Hagelschläge im Sommer sowie die nicht endende Nässe haben sich auf Menge und Qualität der Schweizer Kartoffeln ausgewirkt. So sind die Kartoffeln in diesem Jahr im Allgemeinen kleinfallend, was dazu führt, dass auch die Erntemenge geringer ist. Die kleineren Knollen sowie Risse erschweren die Verarbeitung. Wie Ruedi Fischer, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten gegenüber «SRF» sagt, könnte man die schlechtere Qualität der Kartoffeln auch den Chips und Pommes frites ansehen: «Es kann bei genauem Hinsehen sein, dass man kleine Risse bei den Pommes Chips bemerkt. Das ist aber für den Konsum absolut unbedenklich.»


Bis zu 50 Prozent Ertragseinbussen
Da die Kartoffeln im Innern oft hohl sind, wird auch ihre Verarbeitung zu Pommes frites schwierig. Jedoch steht ihrem Genuss nichts im Weg. Schlimmer wiegen die teilweise enormen Ertragsausfälle. Auf einzelnen Betrieben kam es sogar zu Totalausfällen. «Im Vergleich zum letzten Jahr, in dem wir eine gute Ernte hatten, haben wir dieses Jahr bis zu 30 Prozent weniger Ertrag. Je nach Betrieb und Region können es auch bis 50 Prozent weniger sein», sagt Fischer zu «SRF». Das heisst: Die finanziellen Einbussen für den jeweiligen Kartoffelproduzenten sind sehr gross, denn Ausfälle werden nicht entschädigt. Trotz der höheren Preise, die die Kartoffelproduzenten nun von den Abnehmern erhalten: Auch finanziell ist 2021 für sie ein Jahr zum Vergessen.

Präzisionszüchtung böte Abhilfe

Die fehlenden Kartoffeln für den Chipsanbau werden importiert; bereits zweimal hat der Bund die Importkontingente dieses Jahr erhöht. Grosse Ernteausfälle treffen die Bio-Landwirte noch härter, wie «Le Temps» berichtet. Das als Fungizid gegen die Kraut- und Knollenfäule eingesetzte Kupfer wirkte nicht nur ungenügend, sondern reichert sich als Schwermetall auch im Boden an.

Nebst modernen synthetischen Fungiziden böten präzise Züchtungsmethoden wie die nobelpreis-gekrönte Genschere CRISPR/Cas Abhilfe. Mit ihrer Hilfe lassen sich zum Beispiel Resistenzgene aus Wildkartoffeln einfach in beliebte Kartoffelsorten einschleusen. Die Kartoffeln können der Kraut- und Knollenfäule trotzen, Food Waste auf dem Acker wird verhindert.

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