Neue Züchtungstechniken: Deutsche Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger will grünes Licht
Die Bundesforschungsministerin hat ihre Forderung bekräftigt, die Anwendung neuer Züchtungstechniken in Europa zu erleichtern. Als Beispiel nennt sie die Genschere CRISPR/Cas.
Mittwoch, 14. Juni 2023
Dieser Beitrag erschien als Erstveröffentlichung in der deutschen «Agrarzeitung» vom 7. Juni 2023 unter dem Titel «Neue Züchtungstechniken Stark-Watzinger will grünes Licht.»
Diese seien ein wichtiger Bestandteil eines zeitgemäßen und technologieoffenen Agrarsystems der Zukunft, sagte die FDP-Politikerin in einer Videobotschaft zur heutigen Mitgliederversammlung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) in Berlin.
Für Bettina Stark-Watzinger ist der Einsatz neuer Züchtungstechniken unverzichtbar, um künftig die Ernährung zu sichern und die Agrarwirtschaft an den Klimawandel anzupassen. Die Anwendung der Technologie sei zudem eine Voraussetzung, dass die Land- und Ernährungswirtschaft im internationalen Wettbewerb mithalten könne. Ausdrücklich begrüsste die Ministerin die DRV-Forderung nach einem «Innovationsbooster» in Deutschland.
«Wir brauchen eine Rückbesinnung auf marktwirtschaftliche Prinzipien, die Innovationen erleichtern und nicht behindern», betonte Raiffeisenpräsident Franz-Josef Holzenkamp und warnte zugleich vor «ideologiegetriebenen Betrachtungen». Dazu zählt für Holzenkamp die Vorgabe von 30 Prozent Ökolandbau sowie dessen Einstufung als per se nachhaltig ohne eine Gesamtbetrachtung. Nicht zielführend seien pauschale Reduktionsziele für den Pflanzenschutz, ohne Innovationen zu berücksichtigen.
Der DRV-Präsident verwies auf die gestiegene politische Bedeutung der Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln. Sie sei «eine Frage von Sicherheit und Stabilität unseres Landes». Dem müsse insbesondere durch gleiche Wettbewerbsbedingungen in der EU Rechnung getragen werden. Weder der Mindestlohn noch die Lkw-Maut oder Neuregelungen im Tierschutzrecht oder mögliche Neuregelungen im Tierschutzrecht seien das Problem, sondern «die Ungleichheit im Wettbewerb».
Holzenkamp sprach sich ausserdem für einen Ausbau des internationalen Handels aus und bekannte sich grundsätzlich zum Mercosur-Abkommen der EU. Voraussetzung seien allerdings «Handelsbeziehungen auf Augenhöhe». Dies gehe jedoch nur mit Gegenseitigkeitsklauseln.
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