«Pestizide werden immer giftiger»

«Pestizide werden immer giftiger»

Genau das Gegenteil ist der Fall. Pflanzenschutzmittel sind über die vergangenen Jahrzehnte immer sicherer geworden. Neue Wirkstoffe müssen ein äusserst strenges Zulassungsverfahren durchlaufen. Oberstes Prinzip ist: Bei sachgerechter Anwendung dürfen sie Mensch und Umwelt nicht gefährden. Die Entwicklung stimmt. Die zur Verfügung stehenden Daten belegen, dass Pflanzenschutzmittel in den vergangenen zwanzig Jahren nicht nur sicherer, sondern auch umweltfreundlicher geworden sind.

Publiziert: 31.03.2021, 00:00 Uhr

Das Wichtigste in Kürze

  • Es werden immer weniger Pflanzenschutzmittel mit besonderem Risikopotenzial zugelassen und verkauft.
  • Die akute Toxizität der Pflanzenschutzmittel hat abgenommen. Zudem müssen für den gleichen Schutzeffekt immer geringere Wirkstoffmengen ausgebracht werden.
  • Dass Pflanzenschutzmittel immer giftiger werden, entspricht nicht den Tatsachen.

Gegner von Pestiziden vermitteln gerne den Eindruck, dass «Pflanzenschutzmittel immer giftiger werden». Doch dieser Eindruck täuscht. Eine Reihe von Daten belegt, dass seit den 1960er-Jahren ein enormer Fortschritt stattgefunden hat. So haben die eingesetzten Wirkstoffmengen pro Hektar seit 1962 um über 90 Prozent abgenommen. Musste ein Landwirt damals rund 10 Kilogramm eines Wirkstoffs pro Hektar ausbringen, so ist diese Menge auf weniger als 1 Kilogramm pro Hektar gesunken.

Und wenn man bedenkt, dass 55% der Pestizide weniger giftig als Vitamin C, 89% weniger giftig als Ibuprofen und 98% von ihnen weniger giftig als Koffein und Aspirin sind, wie das Consumer Choice Center eruiert hat, besteht wohl noch weniger Anlass, sich ausschliesslich vor Pflanzenschutzmitteln zu fürchten.

Immer sicherere Produkte

Gleichzeitig sind die neu entwickelten Wirkstoffe immer sicherer geworden. Das belegt ein Blick in die Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie teilt Pflanzenschutzmittel in vier Sicherheitskategorien ein: Klasse 1: Sehr gefährlich; Klasse 2: mässig gefährlich; Klasse 3: wenig gefährlich; U: ungefährlich. Seit dem Jahr 2000 wurde kein neues Mittel der Klasse 1 mehr zugelassen. Die Hälfte aller Neuzulassungen sind Pflanzenschutzmittel der Klasse U. Die akute Toxizität hat seit den 1960er Jahren um 40 Prozent abgenommen.

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Risiken sinken

Die Entwicklung spiegelt sich auch in der Verkaufsstatistik für Pflanzenschutzmittel des Bundesamts für Landwirtschaft. Sie zeigt, dass der Verkauf von Pflanzenschutzmitteln mit besonderem Risikopotenzial in der konventionellen Landwirtschaft in den vergangenen zehn Jahren um 35 Prozent abgenommen hat. Der Anteil an Pflanzenschutzmitteln mit besonderem Risikopotenzial an der verkauften Gesamtmenge beträgt elf Prozent. Davon war Kupfer mit 34 Prozent der weitaus bedeutendste Wirkstoff. Er kommt auch im Biolandbau zum Einsatz. In der konventionellen Landwirtschaft nehmen die Risiken durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln seit Jahren kontinuierlich ab. Die Richtung stimmt.

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