Pflanzenschutz - zum Schutz der Pflanzen
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Pflanzenschutz - zum Schutz der Pflanzen

Pflanzen aller Arten können krank werden. Wie Arzneimittel beim Menschen werden Pflanzenschutzmittel verwendet, um die Gesundheit von Kulturpflanzen zu erhalten und ihrer Vernichtung durch Schädlingsbefall (Insekten, Pilze, Unkraut) vorzubeugen.

Freitag, 24. Januar 2020

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch Pflanzen können krank werden.
  • Gehen sie auf dem Acker ein, bedeutet dies Food Loss und Ressourcenverschwendung.
  • Um Ernteerträge zu optimieren, braucht es geeignete Mittel gegen Pilze, Insekten und Unkraut.

Eine ressourceneffiziente landwirtschaftliche Produktion strebt eine Optimierung des Ernteertrags unter Verwendung von möglichst wenigen Produktionsmitteln (wie Arbeit, Finanzen, Energie, Land, Wasser, Dünger oder Pflanzenschutzmitteln) und geringstmöglichem Druck auf natürliche Ressourcen an. Ressourceneffizienz wird definiert als «das Verhältnis eines bestimmten Nutzens oder Ergebnisses zum dafür nötigen Ressourceneinsatz». Eine ressourceneffiziente Landwirtschaft braucht Pflanzenschutzmittel. Jede Art von Landwirtschaft - konventionelle wie biologische - ist darum auf Pflanzenschutzmittel angewiesen. Pflanzenschutzmittel sind chemische oder biologische Wirkstoffe und Zubereitungen, die dazu bestimmt sind, Pflanzen vor Schadorganismen zu schützen oder ihrer Einwirkung vorzubeugen (Insektizide, Fungizide).
Pflanzenwachstumsregulatoren und Herbizide zur Unkrautbekämpfung gelten gemäss Schweizer Rechtsvorschriften ebenfalls als Pflanzenschutzmittel.

Brauchen wir Pflanzenschutzmittel? (Addendum)

Insektizid

Ein Insektizid ist ein Insektenvernichtungsmittel. Früher waren Plagen durch Insekten nicht selten. Und auch heute schützen wir uns in der Land- und Forstwirtschaft aber auch in Lagerhallen und privaten Haushalten vor Insektenbefall. Insektizide dienen der Abtötung, Vertreibung oder Hemmung von Insekten und deren Vermehrung. Auch als Biozide werden sie häufig verwendet. Beispielsweise bei der Bekämpfung von durch Insekten übertragbaren Krankheiten wie Malaria.


Fungizid

Ein Fungizid ist ein chemischer oder biologischer Wirkstoff, der Pilze oder ihre Sporen abtötet oder ihr Wachstum für die Zeit seiner Wirksamkeit verhindert. Fungizide werden vor allem in der Landwirtschaft als Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Daneben dienen sie auch zur Bekämpfung von Schadpilzen wie Schimmel auf Holz, Textilien oder Wänden aber auch Lebensmitteln. Sie werden auch im medizinischen Bereich eingesetzt, dort heissen sie Antimykotika.


Herbizid

Ein Herbizid kann auch mit «Unkrautbekämpfungsmittel» übersetzt werden. Es wird eingesetzt, um störende Pflanzen gezielt am Wachstum zu hindern. Unkräuter stehen zur eigentlichen Kulturpflanze in Konkurrenz um Licht, Nährstoffe und Wasser und hemmen oder verhindern deren Wachstum. Unkräuter können aber auch direkt unsere Gesundheit gefährden. Ein Beispiel sind mitgeerntete Unkräuter. Giftige Unkräuter fanden sich gehäuft in Baby-Biotees. Pflanzenschutzmittel sind aus einer produktiven Landwirtschaft nicht wegzudenken. Dank Pflanzenschutzmitteln ist es heutzutage möglich, auf der zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Fläche Lebensmittel in der benötigten Qualität und Menge zu erzeugen.

Gut zu wissen

Pflanzenschutzmittel tragen nicht nur dazu bei, höhere Erträge zu erreichen, sie vermindern auch Ernteausfälle bei Vorverarbeitung, Transport und Lagerung, wo zusätzliche Verluste von bis zu 40 Prozent auftreten können. Ressourceneffizienz bedeutet die effiziente Nutzung von technisch-wirtschaftlichen und natürlichen Ressourcen. Der richtige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert den Druck auf natürliche Ressourcen und steigert einen qualitativ hochstehenden Ertrag.

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