Warum Konsumenten genomeditierte Lebensmittel auf dem Teller akzeptieren

Warum Konsumenten genomeditierte Lebensmittel auf dem Teller akzeptieren

Wenn genomeditierte Lebensmittel konkrete Vorteile bieten, wächst ihre Akzeptanz deutlich. Aktuelle Studien zeigen, dass Konsumentinnen und Konsumenten neue Züchtungsmethoden dann befürworten, wenn sie nachvollziehbare Lösungen für reale Herausforderungen liefern.

Dienstag, 16. Dezember 2025

Die Akzeptanz von genomeditierten Lebensmitteln steigt, wenn der konkrete Nutzen für Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehbar ist. Eine aktuelle Untersuchung des Center for Food Integrity (CFI) in Zusammenarbeit mit FMI – The Food Industry Association zeigt, dass Konsumentinnen und Konsumenten Technologien wie die Genom-Editierung dann positiv bewerten, wenn sie klare Vorteile für Gesundheit, Umwelt oder Versorgungssicherheit erkennen.

Im Mittelpunkt steht dabei ein Perspektivenwechsel: Statt die wissenschaftliche Methode zu erklären, rückt der konkrete Mehrwert in den Vordergrund. Hoch-GABA-Tomaten, die den Blutdruck senken können, oder Schweine, bei denen der Antibiotikaeinsatz durch Genom-Editierung reduziert wird, verdeutlichen diesen Ansatz.

Solche Anwendungen zeigen, dass Genom-Editierung nicht als abstrakte Hochtechnologie wahrgenommen wird, sondern als Werkzeug, um Lebensmittel robuster, gesünder oder nachhaltiger zu machen. Laut CFI ist genau diese Nutzenorientierung entscheidend, um Akzeptanz aufzubauen.

Die Untersuchung macht zudem deutlich, dass Konsumentinnen und Konsumenten Genom-Editierung nicht isoliert betrachten, sondern im Kontext globaler Herausforderungen. Klimabedingte Ernteausfälle, steigende Produktionskosten oder Lebensmittelverschwendung beeinflussen die Wahrnehmung neuer Züchtungsmethoden. Pflanzen, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten oder Trockenheit sind, oder Früchte mit längerer Haltbarkeit werden deshalb eher als Teil der Lösung wahrgenommen. Entsprechend sehen die Studienautorinnen und -autoren insbesondere bei Grundnahrungsmitteln wie Getreide, Blattgemüse oder Früchten grosses Potenzial für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz.

Diese internationalen Erkenntnisse bestätigen auch frühere Umfragen in der Schweiz. Zwei Umfragen von gfs.bern zeigen, dass die Schweizer Bevölkerung offen für Genom-Editierung ist, wenn konkrete Vorteile sichtbar werden. Klimaresilienz, längere Haltbarkeit von Lebensmitteln und die Sicherung regionaler Produktion werden positiv bewertet. Und mehr als 80 % der Befragten unterstützen Pflanzen, die dank Genomeditgierung gegen Krankheiten resistent sind oder den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren.

Die Umfragen verdeutlichen: Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten reagieren besonders positiv, wenn die Technologie konkrete Probleme löst, statt Technik um der Technik willen einzusetzen.

Zusammenfassend zeigt sich: Die Akzeptanz genom-editierter Lebensmittel wächst dort, wo ihr Mehrwert sichtbar wird. Für Unternehmen, Forschung und Landwirtschaft bedeutet dies, dass nicht die technische Machbarkeit im Vordergrund stehen sollte, sondern die Frage, welchen Beitrag Genom-Editierung zu einer sicheren, nachhaltigen und gesunden Ernährung leisten kann. Wird dieser Nutzen verständlich vermittelt, findet die Technologie sowohl international als auch in der Schweiz eine breite Zustimmung.

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