«Zibelemärit» – Nur in diesem Jahr weniger Zwiebeln?

«Zibelemärit» – Nur in diesem Jahr weniger Zwiebeln?

In der Stadt Bern fand der traditionelle «Zibelemärit» nach einem Jahr Coronapause wieder statt. Doch im Vergleich zu früheren Jahren hatte es deutlich weniger Marktstände. Grund dafür sind Unwetter und der nasse Sommer. Zwiebelzöpfe sind Mangelware. Zum Leidwesen von Bauern und Standbetreibern.

Publiziert: 25.11.2021, 10:03 Uhr

Wie «SRF» berichtet, zählt der «Zibelemärit» in diesem Jahr nur 325 Marktstände. Das ist ein Drittel weniger als in früheren Jahren. Hagelstürme und Dauerregen beschädigten im Sommer einen Grossteil der Zwiebeln. Dies wirkt sich auf die Ernte aus. Im Jahr 2019 standen noch rund 50'000 Kilogramm Zwiebeln zum Verkauf. Dieses Jahr sind es mit ungefähr 20'000 Kilogramm nicht einmal die Hälfte. Gewissen Standbetreibern bleibt sogar nichts anderes übrig, als zugekaufte Zwiebeln anzubieten. Bauer Hansueli Jampen meint gegenüber «SRF»: «Ich kann mich nicht erinnern, dass es in den letzten 50 Jahren so schlimm war wie jetzt.»


Mangel beim Lagergemüse

Nicht nur für Zwiebeln, sondern für das Lagergemüse insgesamt ist 2021 ein besonders schlechtes Jahr. Aufgrund des nassen Wetters konnte Lagergemüse wie Zwiebeln oder Karotten erst viel später als üblich angesät werden. Zwiebeln und Karotten sind kleiner als sonst. Denn sie hatten für das Wachstum weniger Zeit. Dadurch sinkt die Erntemenge. Zudem begünstigte die Nässe im Sommer Pilzbefall und Schädlinge. Falscher Mehltau ist ein grosses Problem bei Zwiebeln, denn er beeinträchtigt deren Lagerfähigkeit. Die Haltbarkeit nimmt ab. Um die Nachfrage nach Lagergemüse decken zu können, werden bis in den Frühling hinein voraussichtlich Importe nötig sein.


Immer weniger Wirkstoffe

Ein zusätzliches Problem ist die immer kleiner werdende Wirkstoffpalette an Pflanzenschutzmitteln. Bauern können ihre Pflanzen immer weniger schützen. Das gilt auch für die Bekämpfung von Mehltau bei Bundzwiebeln. Ein Fungizid, welches den Mehltau bei den Zwiebeln bekämpfen könnte, wurde dieses Jahr vom Markt zurückgezogen. Ein neues Mittel wartet seit Jahren auf die Zulassung. Zur Schädlingsbekämpfung steht nur noch ein Mittel aus dem Biolandbau zur Verfügung. Wird aber immer der gleiche Wirkstoff zur Bekämpfung eingesetzt, ist die Chance, dass Schädlinge Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln bilden, gross. Das Pflanzenschutzmittel wird wirkungslos.

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