Industry research for large-scale sustainability
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Texte en français ci-dessous

Nachhaltigkeit bedingt Technologieoffenheit

In den sechs Monaten vor den Agrarabstimmungen im vergangenen Juni finden sich in der Schweizer Mediendatenbank mit rund 3500 Medienbeiträgen siebenmal mehr Beiträge, die gleichzeitig die Stichworte «Trinkwasser» und «Pestizide» enthalten, als im Halbjahr danach (noch rund 500 Medienbeiträge). Dies, obwohl sich die Faktenlage nicht geändert hat. Das Beispiel zeigt, wie stark die Medienaufmerksamkeit von der politischen Aktualität beeinflusst sowie durch gezieltes Kampagnenmanagement angeheizt wird.

Vor einer Volksabstimmung ist das Interesse an Abstimmungsthemen aus institutionellen Gründen besonders gross. Die Stimmung kann aber auch aufgekocht werden. Das hat der Entscheid der Behörden im Jahr vor der Abstimmung, alle Metaboliten des Pilzmittels Chlorothalonil im Wasser im Umkehrschluss zu ihrer eigenen Relevanzprüfung plötzlich als «relevant» zu bezeichnen, ohne Zweifel getan. Auf Basis dieses Entscheids konnten Medien wie «SRF» titeln: «Krebserregendes Pestizid im Schweizer Trinkwasser». Und mit solchen Beiträgen schüren die Medien beim Publikum Ängste und Verunsicherung. Da nützt es wenig, wenn die EAWAG (Wasserforschungsinstitut der ETH) auf ihrer Homepage schreibt: «Das Schweizer Trinkwasser aus dem Hahnen kann bedenkenlos konsumiert werden.» Oder, dass das Schweizer Krebsregister feststellt, dass das Neuerkrankungsrisiko an Krebs auch über den längeren Zeithorizont von 2003 bis 2017 bei Frauen unverändert blieb und bei Männern sogar abnahm. Auch das Risiko, an Krebs zu sterben, nimmt bei Männern und bei Frauen ab. Entscheidend ist, dass die Behörden Fakten einordnen und sich nicht am Skandalisierungswettlauf beteiligen, wie leider geschehen. Es geht darum, die Sachlage einzuordnen und sachgerecht zu informieren – so wie es derzeit in der Pandemie geschieht.

Trotz aller Emotionalisierung haben sich Volk und Stände in der Schweiz am 13. Juni sehr deutlich für den Schutz der regionalen Produktion durch Pflanzenschutzmittel ausgesprochen. Und wie der nachfolgende nasskalte Sommer zeigte, bleibt die Gefahr durch Pilzkrankreiten und Schädlinge für landwirtschaftliche Kulturen sehr real. Um einen übermässigen Food Waste auf dem Acker oder in Obstkulturen zu verhindern, braucht es auch in Zukunft Pflanzenschutz. Sonst geht die einheimische Produktion zugrunde und wird durch Importe ersetzt.

Selbstverständlich sind die Risiken durch Pflanzenschutzmittel auch in Zukunft weiter zu reduzieren. Das gilt für alle Anbauformen – ob Bio oder produktiv. Die forschende Industrie mit ihrem Leistungsausweis bezüglich stetiger Verbesserung ihrer Produkte und der Fähigkeit zu neuen Lösungen ist einer der Treiber dieser Risikoreduktion – wissenschaftsbasiert und mit der Fähigkeit zur Skalierung von Lösungen für globale Herausforderungen.

2021 hat uns gelehrt, dass es eine umfassende Sicht der Nachhaltigkeit braucht. In der Nachhaltigkeit steckt zum einen eine zeitliche Komponente. Zum anderen hat Nachhaltigkeit eine ökologische, ökonomische und soziale Dimension. Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit kommen neuen Technologien eine zentrale Bedeutung zu. Kartoffelbauern müssen im 21. Jahrhundert andere Werkzeuge in der Hand haben als Kupfer, um gegen die verheerende Kraut- und Knollenfäule vorgehen zu können. Genom-Editierung ist da eine grosse Chance. Doch die präzisere Weiterentwicklung herkömmlicher Züchtungsmethoden wird weiterhin mit Argumenten von gestern bekämpft. Immerhin hat der Ständerat in der Wintersession einen Schritt gewagt. Nun ist im kommenden Jahr wieder der Nationalrat am Zug.

Wie in der ständerätlichen Debatte treffend bemerkt wurde, soll das Parlament «nicht mehr in die Versuchung kommen, schneller zu laufen, als die Musik spielt und dabei ins Stolpern geraten». So wie es geschehen sei bei der Parlamentarischen Initiative, die im eingangs erwähnten Mediengetrommel zu überschiessender Regulierung beim Pflanzenschutz führte. Der Nationalrat soll aber bei der Weiterentwicklung der Pflanzenzüchtung «den Rhythmus und die Lautstärke der Musik deutlich erhöhen», damit der erste Öffnungsschritt des Ständerats weiter geführt wird. Bewährte sowie beliebte Sorten sollen auch in Zeiten des Klimawandels weiterhin in der Schweiz angebaut werden können.

Beim Ausblick ins neue Jahr können die Megatrends hinuntergebrochen auf die Land- und Ernährungswirtschaft eine gute Leitlinie sein. Und Leitlinien braucht es: Nach der Sistierung der Agrarpolitik 22+ im Parlament wird sich die Politik nun Gedanken machen müssen über die künftige Ausrichtung der Agrar- und Ernährungspolitik. Wie die Diskussion im vergangenen Jahr zeigte, sind einfache, aber letztlich untaugliche Konzepte schnell zur Hand. Häufig basieren sie aber auf Ideologie oder Wunschvorstellungen und nicht auf Fakten und wissenschaftlicher Evidenz. Doch Agrar- und Ernährungspolitik bleibt Politik. Sie lässt sich nicht von Interessen lösen. Umso wichtiger ist es, dass Entscheide nicht ohne «Impact Assessment» gefällt werden. Die Folgen von Regulierungen müssen vorgängig abgewogen und offen auf den Tisch gelegt werden. Diese Erfahrung hat auch die EU gemacht. Nachdem sich die Kommission zunächst weigerte, die Auswirkungen der sogenannten «farm to fork strategy» unter die Lupe zu nehmen, hat das EU-Parlament nun bei seinem Entscheid ein wissenschaftliches impact assessment verlangt. Den nötigen Druck erzeugt haben drei Studien. Sie belegen, dass mit dem «Green Deal» die Produktion in der EU sinkt, die Importe und die Preise für die Konsumenten steigen, das Einkommen der Bauern abnimmt und der weltweite Landverbrauch unter dem Strich zunimmt. Sollten solche Informationen nicht von den Behörden selber vor solch weitgehenden Entscheiden auf den Tisch gelegt werden? Dies sollte auch eine Lehre für die Schweiz sein: Wenn die Zukunft der Agrar- und Ernährungspolitik diskutiert wird, braucht es unabhängige, wissenschaftsbasierte und ganzheitliche Abschätzungen der Regulierungsfolgen. Und es braucht - wie ebenfalls vom EU-Parlament gefordert - einen strukturierten Dialog, um die Lücken, Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung einer Ernährungspolitik zu erörtern und ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit zu entwickeln.

Die Erfahrungen von 2021 helfen, Lehren fürs kommende Jahr zu ziehen. Es ist und bleibt sehr einseitig, wenn nur die Risiken von Pflanzenschutzmitteln diskutiert werden. Auch die Risiken der Nichtanwendung von Pflanzenschutzmitteln gehören auf den Tisch. Ohne Pflanzenschutz wäre 2021 ein Hungerjahr – und die Ernten auch in einfacheren Anbaujahren zu niedrig für die Ernährung der Weltbevölkerung. Durch Pflanzenschutz können Ernte- und Lagerkrankheiten verhindert werden. Pilzbefall führt zu krebserregenden Mykotoxinen im Weizen. Früher starben Menschen an Mutterkorn und Schimmelgiften auf Pflanzen. Doch das scheinen wir komplett vergessen zu haben. Genauso, wie wir gerne ausblenden, dass es Impfungen waren, die es hierzulande möglich machten, Kinderlähmung oder Pocken zu besiegen. Wenn die Pilzgifte in der Getreideproduktion wieder zunehmen, hat dies mit einer falsch verstandenen Reduktionsstrategie von Pflanzenschutzmitteln zu tun. Die Lebensmittelsicherheit sinkt. Sind Ernteprodukte nicht lagerfähig, steigt auch der Food Waste.

Der Trend wird auch 2022 weiter in Richtung pflanzliche Ernährung gehen. Doch mehr pflanzliche Lebensmittel bei gleichzeitig sinkendem Ressourcenverbrauch bedeuten mehr Pflanzenschutz. Alles andere ist eine Illusion. Pflanzenschutz muss und soll immer besser werden. Er muss spezifischer wirken und insgesamt umweltfreundlicher sein. Leider werden Innovationen ausgebremst statt gefördert. Mit der Verbandsbeschwerde blockieren Umweltorganisationen den Zulassungsprozess. Obwohl klar ist, dass ohne wirksame synthetische Pflanzenschutzmittel und moderne Biologicals die Produktivität in Spezialkulturen wie Gemüse und Obst massiv leidet – und wie in den EU-Studien bemerkt, der Landverbrauch und die Importe zunehmen.

Aus Sicht der forschenden Industrie gibt es für 2022 einen ganz entscheidenden Wunsch: Technologieoffenheit. Wenn selbst sogenannte «Experten» eine «nicht-chemische» Produktion verlangen, fühlt man sich bisweilen im falschen Film. Abgesehen davon, dass die ganze Natur inklusive Mensch Chemie ist, wird dabei völlig ausgeblendet, dass Synthetik in einem umfassenden Sinn nachhaltiger und ressourceneffizienter sein kann, als die Produktion auf Basis von natürlichen Quellen. Es gibt schlicht zu wenig natürliche Ressourcen, um alles «nature based» zu machen! Nachhaltige Lösungen werden mehr und mehr aus dem Labor kommen – und auch kommen müssen. Umfassende Nachhaltigkeit gibt es nicht mit Scheuklappen. Nachhaltigkeit bedingt Technologieoffenheit. Das gilt auch für das nächste Jahr.

Die swiss-food Redaktion wünscht Ihnen ein gutes, neues Jahr!

La durabilité implique une liberté technologique

Durant les six mois qui ont précédé les votations sur les initiatives anti-pesticides en juin dernier, SMD (Schweizer Mediendatenbank) a enregistré, avec près de 3500 publications, sept fois plus d’articles contenant à la fois les mots-clés «eau potable» et «pesticides» que pendant les six mois suivants (avec encore quelque 500 publications). Et pourtant, dans les faits, rien n’a changé. Cet exemple illustre à quel point l’attention des médias est influencée par l’actualité politique ainsi que par une gestion ciblée des campagnes.

Avant une votation populaire, l’intérêt porté aux thèmes faisant l’objet de la votation est particulièrement important, pour des raisons institutionnelles. Mais il est aussi possible de «souffler sur les braises». C'est ce qu'a sans aucun doute fait la décision des autorités, l'année précédant la votation, de qualifier soudainement de «pertinents» tous les métabolites du produit fongique chlorothalonil dans l'eau, à rebours de leur propre examen de pertinence. C’est cette décision qui a permis à des médias comme «SRF» de titrer: «Pesticide cancérigène dans l’eau potable suisse». Ce genre d’articles répandent craintes et insécurité parmi la population. Et l’Eawag (Institut Fédéral Suisse des Sciences et Technologies de l’Eau) a beau affirmer sur son site Internet que «l’eau déclarée potable distribuée au robinet en Suisse peut être consommée en toute confiance», il ne fait pas le poids face à de telles allégations. Pas plus que le registre suisse du cancer lorsqu’il constate que le risque de développer un cancer est resté pratiquement inchangé chez les femmes et a même légèrement baissé chez les hommes entre 2003 et 2017. Le risque de décéder d’un cancer diminue lui aussi, chez les hommes comme chez les femmes. Il est essentiel que les autorités s’en tiennent aux faits sans prendre part à la course au scandale, comme cela a malheureusement déjà été le cas. L’enjeu consiste à bien analyser la situation et à bien informer – à l’image de ce qui se passe actuellement dans le cadre de la pandémie.

Malgré tout le sentimentalisme invoqué, le 13 juin dernier, le peuple et les cantons se sont très nettement prononcés en faveur de la protection de la production régionale au moyen de produits phytosanitaires. L’été froid et humide qui a suivi a d’ailleurs prouvé que le danger représenté par les maladies fongiques et les nuisibles pour les cultures reste bien réel. La protection phytosanitaire restera nécessaire à l’avenir pour empêcher un gaspillage alimentaire excessif dans les champs ou les cultures de fruits. Sans elle, la production locale sera anéantie et remplacée par des importations.

Bien entendu, il conviendra de réduire encore les risques induits par les produits phytosanitaires dans le futur. Cela vaut pour tous les types de cultures, qu’elles soient bio ou conventionnelles. L’industrie de la recherche procède à des évaluations relatives à l’amélioration permanente de ses produits et est capable de trouver de nouvelles solutions. Elle est donc l’un des moteurs de la réduction de ces risques, sur une base scientifique et avec la possibilité de moduler les solutions en fonction des défis mondiaux.

L’année 2021 nous a appris qu’il fallait avoir une vision globale de la durabilité. La durabilité implique d’une part une composante temporelle. D’autre part, elle revêt une dimension écologique, économique et sociale. Les nouvelles technologies jouent un rôle central dans les efforts fournis pour développer la durabilité. Au XXIe siècle, les cultivateurs de pommes de terre auront besoin de plus que du cuivre pour lutter contre le mildiou dévastateur. Dans ce contexte, l’édition génomique constitue une fabuleuse opportunité. Pourtant, ses détracteurs continuent d’opposer des arguments complètement dépassés au développement plus précis de méthodes de sélection traditionnelles. À l’occasion de sa session d’hiver, le Conseil des États a néanmoins franchi un pas audacieux. Il reviendra désormais au Conseil national de prendre le train en marche l’année prochaine.

Comme les débats du Conseil des États l’ont à juste titre fait remarquer, le Parlement «ne devra plus céder à la tentation d’aller plus vite que la musique, au risque de perdre les pédales». C’est ce qui est arrivé avec l’initiative parlementaire, qui a conduit, au terme d’un tapage médiatique évoqué en introduction, à une règlementation excessive dans le domaine de la protection phytosanitaire. Pour autant, le Conseil national devra «sensiblement augmenter la cadence» en matière de développement de la sélection végétale, afin de donner suite au premier pas vers une ouverture effectué par le Conseil des États. À l’heure du changement climatique, il faut que les variétés éprouvées et les plus prisées puissent continuer d’être cultivées en Suisse.

Pour la nouvelle année qui s’annonce, les grandes tendances en termes d’agriculture et d’alimentation peuvent constituer de précieux repères. Et des repères, il en faut: après la suspension de la Politique agricole 22+ au Parlement, la sphère politique va désormais devoir réfléchir à l’orientation future qu’elle souhaite donner à la politique agricole et alimentaire. Les débats menés l’an passé l’ont montré: il est facile de trouver des concepts simples mais en définitive inadéquats. Le problème? Ils reposent souvent sur une idéologie ou des grands principes, et non sur des faits et évidences scientifiques. Néanmoins, la politique agricole et alimentaire reste de la politique. Elle est indissociable des intérêts de chacun. C’est pourquoi il est d’autant plus important que les décisions ne soient pas prises sans évaluation de l’impact. Il faut anticiper et formuler clairement les conséquences probables des réglementations envisagées. L’Union européenne en a d’ailleurs fait l’expérience. Alors que la Commission a d’abord refusé de procéder à une analyse détaillée des conséquences de la stratégie dite «Farm to Fork», le Parlement européen vient lui d’exiger une évaluation scientifique de son impact. Trois études se sont chargées de générer la pression nécessaire. Elles montrent qu’avec le «Green Deal», la production dans l’UE baisse, les importations et les prix pour les consommateurs augmentent, les revenus des agriculteurs diminuent et l’utilisation de terrain progresse à l’échelle mondiale. Les autorités ne devraient-elles pas d’elles-mêmes se procurer de telles informations et en tenir compte avant de prendre des décisions aussi importantes? La Suisse doit elle aussi en tirer les enseignements: les débats autour de la politique agricole et alimentaire doivent reposer sur des évaluations indépendantes, scientifiques et complètes des conséquences des règlementations envisagées. De même, ils nécessitent, comme l’a requis le Parlement européen, un dialogue structuré visant à identifier les lacunes, les opportunités et les enjeux de la mise en œuvre de la politique alimentaire, et visant à développer une compréhension commune de la durabilité.

Les expériences de 2021 permettront de tirer des conclusions pour l’année à venir. Un débat qui ne prendrait en considération que les risques des produits phytosanitaires resterait très unilatéral. Il faut aussi tenir compte des risques qu’engendre l’absence d’utilisation de ces produits. Sans protection phytosanitaire, 2021 serait une année de famine – et les récoltes seraient trop faibles pour nourrir la population mondiale, même lors d'années de culture plus simples. La protection phytosanitaire permet d’éviter aux récoltes et stocks certaines maladies. Une attaque fongique entraîne par exemple l’apparition de mycotoxines cancérigènes dans le blé. Jadis, les hommes mouraient de l’ergot et des moisissures présentes sur les plantes. Mais nous semblons l’avoir complètement oublié. Tout comme nous omettons volontiers que ce sont les vaccins qui ont permis d’éradiquer la poliomyélite infantile ou encore la variole. La recrudescence des mycotoxines dans la production céréalière est due à une mauvaise interprétation de la stratégie de réduction des produits phytosanitaires. La sécurité des produits alimentaires diminue. Et si les produits récoltés ne sont pas adaptés au stockage, le gaspillage alimentaire augmente en conséquence.

L’alimentation végétale restera l’une des grandes tendances de 2022. Mais une hausse des produits alimentaires végétaux avec une diminution parallèle de la consommation de ressources ne va pas sans un recours accru à la protection phytosanitaire. Croire le contraire relève de l’illusion. La protection phytosanitaire doit impérativement s’améliorer encore et encore. Son action doit être toujours plus ciblée et globalement plus respectueuse de l’environnement. Hélas, les innovations sont freinées au lieu d’être encouragées. Avec leur droit de recours, les organisations environnementales bloquent le processus d’autorisation. Ce, alors même qu’il est évident que l’absence d’utilisation de produits phytosanitaires synthétiques efficaces et de substances biologiques modernes nuit énormément à la productivité des cultures spéciales comme les légumes et les fruits. Alors même qu’elle ne fait qu’augmenter la consommation nationale et les importations, comme l’ont montré les études de l’UE.

Pour 2022, l’industrie de la recherche a un vœu tout à fait décisif: l’ouverture technologique. Quand même de prétendus «experts» revendiquent une production «non chimique», on croit parfois à un mauvais film. Indépendamment du fait que la nature en tant que telle, et l’humain lui-même, sont de la chimie, on occulte complètement que les produits de synthèse au sens large peuvent être plus durables et plus respectueux des ressources que la production basée sur des sources naturelles. Les ressources naturelles ne sont tout simplement pas assez nombreuses pour revendiquer un «nature based» intégral! Les solutions durables proviendront – et devront provenir – de plus en plus souvent des laboratoires. Une durabilité globale ne tolère pas d’œillères. La durabilité implique une liberté technologique. En 2022 aussi.

La rédaction de swiss-food vous souhaite une bonne et heureuse année!

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