19.03.2026
Innovationen schützen, Zugang sichern: Transparenz bei patentierten Pflanzeneigenschaften
Liebe Leserinnen und Leser
Alle Züchterinnen und Züchter sind auf den Zugang zu genetischem Material angewiesen. Patente auf Pflanzeneigenschaften werden jedoch kritisch diskutiert, da sie den Zugang zu Züchtungsmaterial erschweren könnten. Gleichzeitig bestehen klare Regeln, die sowohl den Schutz als auch die Nutzung des geistigen Eigentums regeln. In diesem Swiss-Food Talk wird aufgezeigt, wie Lizenzplattformen und rechtliche Rahmenbedingungen für Transparenz sorgen und damit den züchterischen Fortschritt fördern.
Die moderne Pflanzenzüchtung steht an einem Wendepunkt: Neue Züchtungstechnologien bieten grosse Chancen für eine nachhaltige Landwirtschaft, werfen aber Fragen zum Schutz des geistigen Eigentums auf. Am Swiss-Food Talk vom 12. März 2026 diskutierten Experten, wie Transparenzmodelle und Kooperationen das Spannungsfeld zwischen Patentschutz und dem freien Zugang zu genetischem Material auflösen können.
Patentrecht und Sortenschutz: Zwei Systeme für ein Ziel
Anaïc Cordoba vom Institut für Geistiges Eigentum (IGE) betonte, dass in der Schweiz zwei sich ergänzende Systeme die Innovation fördern: der Sortenschutz für ganze Pflanzensorten und das Patentrecht für technisch entwickelte Eigenschaften. Diese beiden Systeme stehen nicht im Widerspruch zueinander, sondern schützen unterschiedliche Aspekte der Innovation.
Während Patente exklusive Rechte für Erfindungen gewähren, garantiert das Schweizer Recht durch das Züchterprivileg, dass geschützte Pflanzen für die Weiterzüchtung genutzt werden dürfen. Die aktuelle politische Debatte – angestossen durch die Motion «Mehr Transparenz bei den Patentrechten im Bereich Pflanzenzucht» – zielt darauf ab, die Rechtssicherheit für Züchter durch mehr Transparenz zu stärken. Laut dem IGE besteht derzeit jedoch kein Bedarf, das Schweizer Patentrecht mit Hinblick auf Patente im Zusammenhang mit neuen Züchtungstechnologien anzupassen.
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