Umwelt: Nutzen und schützen

Umwelt: Nutzen und schützen

Viele Innovationen entstehen aus Naturbeobachtung. Genetische Ressourcen dienen häufig als Inspiration oder Basis für neue Produkte, Medikamente und Wirkmechanismen. Auch die Landwirtschaft nutzt die natürlichen Kreisläufe, beeinflusst sie gleichzeitig aber auch. Es liegt im ureigenen Interesse der Landwirte, möglichst umweltfreundlich zu produzieren.

Publiziert: 24.11.2021, 09:46 Uhr

Eine umweltfreundliche Produktion hat mehrere Herausforderungen zu meistern: Wassermangel, Verlust an Ackerland und Biodiversität und den Klimawandel. Intelligente Landnutzung mit neusten Technologien verringert Wasserverlust und Treibhausgasemissionen sowie den Verlust an Artenvielfalt. Naturbelassene Flächen werden am wirksamsten geschützt, wenn die nötige Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität auf den bestehenden Agrarflächen erfolgen kann.


Nachhaltige Intensivierung

Die Landwirtschaft verursacht 12 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen und trägt damit wesentlich zum Klimawandel bei. Ein grundlegendes Problem ist der grosse Flächenbedarf. Boden, der für die Nahrungsmittelproduktion gebraucht wird, kann weniger CO2 speichern als beispielsweise naturbelassener Waldboden. Die Viehhaltung sowie der Einsatz von Stickstoffdünger tragen ebenfalls in bedeutendem Ausmass zum Ausstoss von Treibhausgasemissionen bei. Klar ist: Um genügend gesunde Nahrung für zehn Milliarden Menschen zu produzieren und gleichzeitig das Klima zu schützen, muss die Produktion nachhaltig intensiviert werden. Das heisst: Auf kleineren Flächen mehr produzieren. Eine Extensivierung der Landwirtschaft benötigt dagegen mehr Boden und ist fürs Klima problematisch.


Mit Innovation gegen den Klimawandel

Um auf wenig Fläche deutlich höhere Erträge zu erzielen, sind neue Technologien unumgänglich. Es gilt mit Innovationen Ernteausfälle zu minimieren. Neue Pflanzenschutzmittel mit optimiertem Umweltprofil gehören genauso dazu, wie klimaschonendere Düngemittel und robustere Pflanzensorten. Die Grüne Gentechnik und insbesondere die Genom-Editierung helfen dabei, rasch neue Pflanzensorten zu züchten, die den veränderten Umweltbedingungen aufgrund des Klimawandels trotzen. Mit Technologieskepsis kommen wir dagegen nicht weiter. Die Blockade bei der Zulassung neuer und umweltfreundlicherer Pflanzenschutzmittel sowie das Gentech-Moratorium schaden Klima und Umwelt, anstatt zu helfen.


Biodiversität erhalten

Jede landwirtschaftliche Produktion, ob bio oder konventionell, stellt einen Eingriff in die Natur dar. Wo Nutzpflanzen gedeihen, steht automatisch weniger Platz für andere Arten zur Verfügung. Das trifft auch auf die Biolandwirtschaft zu. Sie benötigt im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft rund 40 Prozent mehr Fläche zur Erzielung desselben Ertrags. Zwar leben auf Bioflächen potenziell mehr Arten als auf konventionellen Äckern, doch höherer Flächenbedarf macht diesen Vorteil wieder zunichte. Eine Extensivierung der Produktion ist zum Erhalt der Biodiversität deshalb der falsche Weg. Nachhaltige Intensivierung bewahrt die Naturflächen und die dort wachsenden Wildpflanzen auch als genetische Ressourcen für die künftige Nahrungsproduktion und Innovation.


Nachhaltigkeit aus dem Labor

Um die Natur zu entlasten, ist es sinnvoll, bei der Produktion bestimmter Lebensmittel und Substanzen auf das Labor zu setzen. Unzählige Beispiele beweisen schon heute den Nutzen der Synthetik. So wird Zitronensäure nicht mehr aus unzähligen Zitronen ausgepresst, sondern in grossem Massstab mithilfe chemischer Prozesse im Labor hergestellt. Ähnliches könnte auch bald mit dem Fleisch passieren. In dem aus den Stammzellen von Rindern Steaks in der Petrischale «gezüchtet» werden könnten, braucht es weniger Ressourcen wie Land, Wasser oder Futtermittel. Ähnliches gilt auch für Milchprodukte, die ebenfalls «tierlos» im Labor hergestellt werden könnten. Nachaltigkeit aus dem Labor wird für den Umweltschutz ein entscheidendes Puzzleteil sein.


Ressourcenschonende Produktion in und aus der forschenden Industrie

Alternative Treibstoffe aus pflanzlichen Abfallprodukten sparen CO2 ein, ohne die Lebensmittel­pro­duk­tion zu konkurrenzieren. Aromen können aus Kunststoffabfällen entstehen: Die Kreislaufwirtschaft gewinnt an Bedeutung. Wo sinnvoll und nachhaltiger werden tierische durch pflanzliche Rohstoffe ersetzt. So entstehen zum Beispiel Riechstoffingredienzien aus fermentiertem Zuckerrohr statt tierischen Ursprungs. Die forschende Industrie entwickelt und betreibt ihre Anlagen so, dass der sich weiterentwickelnde Stand an Sicherheit, Gesundheits‐ und Umweltschutz sichergestellt ist. Sie ist bestrebt, innovative Produkte zu entwickeln und herzustellen, die sicherer und umweltverträglicher produziert, transportiert, angewendet und entsorgt werden können.

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