Die unterschätzte Gefahr pflanzlicher Toxine

Die unterschätzte Gefahr pflanzlicher Toxine

Pflanzen produzieren eine Vielzahl chemischer Stoffe, um sich beispielsweise gegen Fressfeinde und Krankheiten zu schützen. Diese Substanzen können in hohen Dosen toxisch wirken. Eine aktuelle Untersuchung von Agroscope beleuchtet die Gefahr natürlicher Stoffe in Schweizer Gewässern.

Publiziert: 10.02.2025, 07:51 Uhr | Aktualisiert: 26.03.2025, 09:12 Uhr

Sogenannte Phytotoxine können für den Menschen gefährlich sein. Zur Abschätzung des Gefahrenpotentials der Phytotoxine in der Schweiz untersuchen die Forscher von Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, welche pflanzeneigenen Giftstoffe in unseren Gewässern stecken.

Giftig ist so einiges: Klassische Beispiele sind Pyrrolizidinalkaloide in Tee und Honig, Solanin in grünen Teilen von Tomaten oder Kartoffeln, Phasin in rohen Bohnen, Blausäure in Aprikosenkernen oder Cumarin im Zimt. Interessant sind ferner Sambunigrin im Holunder, Anthrachinon und Oxalsäure in rohem Rhabarber und Nikotin in grünen Teilen der Aubergine. Manche Kräuterteesorten sind mit den krebserregenden Pyrrolizidinalkaloiden belastet.

Während Rückstände von synthetischen Pestiziden in Gewässern und Lebensmitteln strengen gesetzlichen Grenzwerten unterliegen und regelmässig kontrolliert werden, gibt es für viele pflanzeneigene Gifte kaum Regulierungen. Die öffentliche Wahrnehmung ist hierzu paradox. Ein berühmtes Beispiel für diese Wahrnehmungsverzerrung ist die Studie des US-amerikanischen Biochemikers Bruce Adams die bereits in den 1990er-Jahren zeigte, dass 99,99 % der in unserer Nahrung vorkommenden Pestizide natürlichen Ursprungs sind.

Eine fundierte Debatte über Lebensmittelsicherheit und Wasserqualität sollte daher auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren und alle potenziellen Risiken gleichermassen berücksichtigen. Und genau dieser Absicht folgt die Untersuchung von Agroscope zu den natürlichen Giften in unseren Lebensmitteln.

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