Was wirklich im Einkaufskorb steckt
Gentechnik im Einkaufskorb? Ja – und viel häufiger, als wir denken. Ob Pasta, Brot oder Gemüse: Viele unserer Alltagsprodukte stammen aus Mutationszüchtungen, die ein Eingriff ins Genom sind und als sicher gelten. Höchste Zeit, mit gängigen Mythen aufzuräumen.
Donnerstag, 4. Dezember 2025
Ob Pasta, Brot oder Rüebli – Gentechnik steckt in mehr Produkten, als wir gemeinhin denken. Selbst im Bio-Regal ist sie längst angekommen. Höchste Zeit, ein paar faule Eier aus dem Einkorfskörbli zu entfernen. Achtung: Konsum auf eigene Gefahr – der Inhalt des Videos kann Spuren von Gentechnik enthalten.
Viele unserer Lebensmittel sind das Ergebnis jahrzehntelanger Züchtungsarbeit. Grösser, schmackhafter, länger haltbar, weniger krankheitsanfällig und widerstandsfähiger gegen Hitze und Nässe – die Anforderungen an unsere Nutzpflanzen sind hoch. Dass sich deshalb auch die Züchtungsmethoden stetig weiterentwickelt haben, überrascht nicht.
Einen echten Quantensprung markierte die Mutagenese, die vor fast 100 Jahren begann, als erstmals Röntgen- und Gammastrahlen eingesetzt wurden, um ungerichtete, zufällige Mutationen in Gerste und Mais zu erzeugen. In den 1950er-Jahren kamen chemische Mutagene hinzu, die eine noch effizientere Erzeugung von Mutationen ermöglichten. In den 1960er- und 1970er-Jahren setzte sich die Mutagenese weltweit durch, und viele der heute noch angebauten Sorten entstanden in dieser Phase mutagener Züchtung – das gilt auch für Bio-Sorten.
Wenn Sie also das nächste Mal einkaufen gehen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Sie Gemüse oder Weizenprodukte in Ihren Einkaufskorb legen, die mittels klassischer Mutagenese gezüchtet wurden – und damit Produkte, die gemäss der Einordnung von Prof. Beat Keller, einem der renommiertesten Experten im Bereich der Weizenzucht - ebenfalls unter den Begriff Gentechnik fallen. Aber schauen Sie doch selbst:
Interview mit Molekularbiologe Prof. Beat Keller, Universität Zürich
Blindspot-Artikel
Sources
https://www.transgen.de/lexikon/1727.mutagenese.html
Eco Spezial: Gentechnik? Ja, natürlich. vom 07.08.2025 - ORF ON
https://swiss-food.ch/artikel/gentechnik-schon-lange-auf-schweizer-tellern
https://swiss-food.ch/artikel/landwirtschaft-zwischen-wissenschaft-und-marketing
https://swiss-food.ch/glossar/...
Gentechnik-Kennzeichnung erhalten: Unternehmen schreiben Brandbrief an EU-Parlamentarier
Organic Farming will never be truly sustainable until it embraces gene editing
Ähnliche Artikel
Gentechnik? Ja, natürlich.
Als Konsument weiss man es oft nicht: In als gentechnikfrei beworbenen Produkten steckt längst Gentechnik drin. Gentechnik-Gegnern ist das ein Dorn im Auge. Doch es ist einfacher, den «Skandal» zu verschweigen – denn etwas, was wir schon lange essen, macht uns keine Angst mehr.
Vegane Alternativen dank Gentechnik
Wie ernähren wir eine wachsende Weltbevölkerung nachhaltig? Die Antwort liegt immer öfter im Labor und in der Gentechnik. Ob Labormilch, vegane Tintenfische oder gezüchteter Lachs – Gentechnik ist überall drin. Höchste Zeit, mit alten Mythen aufzuräumen.
«Ohne Gentechnik» geht gar nicht(s)!
Politiker und Ökoverbände schüren seit Jahren Ängste vor einer Technologie, die schon seit Jahrzehnten dafür sorgt, dass Ressourcen und Umwelt geschont und Nahrungsmittel und Kosmetika besser werden. Es ist an der Zeit, mit dieser Verbrauchertäuschung Schluss zu machen.
«Die EU macht vorwärts – die Schweiz darf den Anschluss nicht verlieren»
Die EU hat die genomische Pflanzenzüchtung weitgehend zugelassen. Vier Pflanzenforscher der Universität Zürich, ETH und Agroscope ordnen den EU-Entscheid vom 17. Juni 2026 ein.
Nicht links, nicht rechts: Vorwärts!
In der Klima-, Energie- und Agrarpolitik dominieren oft Glaubenssätze statt Fakten. Die amerikanische Denkfabrik The Breakthrough Institute macht vor, wie es anders geht: Meinungsverschiedenheiten zulassen, Technologien offen prüfen – und Produktivität als Verbündete des Umweltschutzes begreifen.
Warum Konsumenten genomeditierte Lebensmittel auf dem Teller akzeptieren
Die Akzeptanz von genomeditieren Lebensmitteln steigt, wenn ihr konkreter Nutzen für Konsumentinnen und Konsumenten nachvollziehbar ist. Studien zeigen: Sichtbare Vorteile für Gesundheit, Umwelt oder Versorgungssicherheit sind entscheidend für die Zustimmung.
Kondome aus Löwenzahn? Dank Genom-Editierung wird’s möglich!
Gelb leuchtend prägt er unsere Wiesen: der Löwenzahn. Während die einen im Löwenzahn ein lästiges Unkraut sehen, entdecken Forschende in ihm eine nachhaltige Quelle für die Industrie. Dank moderner Genom-Editierung könnte die bescheidene Pflanze bald Gummi für Kondome, Handschuhe und Reifen liefern – direkt vor unserer Haustür.