Unerwünschte Einwanderer: Warum Pestizide bei invasiven Arten unverzichtbar sind
Sie sind klein, reisefreudig und äusserst hartnäckig: Invasive Arten breiten sich in der Schweiz zunehmend aus. Ob Japankäfer, Asiatische Hornisse oder neu entdeckte Ameisenarten – die ungebetenen Gäste bedrohen nicht nur unsere einheimische Natur, sondern auch Landwirtschaft und Siedlungsgebiete. Es braucht dringend Pestizide – also Biozide und Pflanzenschutzmittel – , um die Schädlinge wirksam zu bekämpfen.
Dienstag, 9. Juni 2026
Die aktuelle Situation ist ein Weckruf: Wie diverse Berichte zeigen, sind zahlreiche invasive Arten in der Schweiz auf dem Vormarsch und bilden eine wachsende Bedrohung. So wurden in verschiedenen Regionen der Schweiz invasive Tapinoma-Ameisen entdeckt, die ganze Superkolonien bilden und nicht nur Gebäude, sondern auch lokale Ökosysteme unter Druck setzen. Das berichtet unter anderem «Zürioberland24». Gleichzeitig berichten Fachstellen von einer starken Zunahme bei den Nestern der Asiatischen Hornisse. Das Insekt breite sich rasant aus. So ist in der «Aargauer Zeitung» die Rede von «viermal mehr Nestern» als im Vorjahr.
Wie bereits in den Vorjahren, breitet sich auch der Japankäfer weiter aus. So macht das Insekt unter anderem Weinbauern in Spiez das Leben schwer, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Dem BLW zufolge belaufen sich die Schäden pro Jahr auf mehrere hundert Millionen Franken. Um seine Ausbreitung weiter zu stoppen, wurde in den betroffenen Gebieten inzwischen gar ein Bewässerungsverbot beschlossen.
Betroffen sind unter anderem mehrere Gemeinden im Zürcher Unterland. In Opfikon, Dietlikon, Bassersdorf, Lufingen, Winkel, Oberglatt und Rümlang ist das Bewässern von Rasenflächen und Grünanlagen für einige Monate untersagt. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss mit einer Busse von bis zu 10'000 Franken rechnen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Wer glaubt, bei einem Verstoss ungeschoren davonzukommen, täuscht sich. Wie die Baudirektion mitteilt, sind Kantonsmitarbeitende regelmässig in den Gemeinden unterwegs, um zu überprüfen, ob die Vorschriften eingehalten werden.
Pflanzenschutz und Biozide sind unverzichtbar
Dass sich solche Arten in der Schweiz festsetzen können, ist eine direkte Folge unserer globalisierten Welt. Sie «reisen» mit uns – sei es im privaten Reisegepäck, in Warenlieferungen oder durch den internationalen Pflanzenhandel. Da sie in unserer Region oft keine natürlichen Feinde haben, finden sie ideale Bedingungen vor, um sich ungehindert zu vermehren.
Die Folgen für die Schweiz sind gravierend. Die Asiatische Hornisse dezimiert die Bestände unserer Honigbienen. Der Japankäfer frisst sich durch Wiesen, Gärten und landwirtschaftliche Kulturen. Invasive Ameisen verdrängen einheimische Arten und stören das ökologische Gleichgewicht massiv.
Die Bekämpfung invasiver Arten ist komplex und oft mühsam. Wenn eine Population erst einmal Fuss gefasst hat, greifen natürliche Regulationsmechanismen nicht mehr. Daher zählen die Behörden weiterhin auch auf die aktive Mithilfe der Bevölkerung: Sichtungen der Asiatischen Hornisse sind zu melden. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ruft die Bevölkerung mit der Aktion www.stopp-japankaefer.ch zur Wachsamkeit auf: Reisende werden gebeten, Fahrzeuge und Gepäck vor der Rückreise sorgfältig zu kontrollieren und jegliche Insekten zu beseitigen. Mit solchen Massnahmen konnte die Population im Tessin bereits ziemlich in Schach gehalten werden.
So erkennen Sie den Japankäfer
Der Japankäfer lässt sich leicht mit verschiedenen heimischen Käferarten verwechseln, etwa mit dem Rosenkäfer, dem Mai- oder Junikäfer sowie dem Gartenlaubkäfer. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist jedoch seine Grösse: Mit rund einem Zentimeter Länge ist er etwa so gross wie eine Kaffeebohne und damit kleiner als viele seiner Verwandten.
Auffällig sind zudem sein metallisch glänzender, grüner Kopf sowie die kupferbraunen Flügeldecken. Besonders charakteristisch sind die weissen Haarbüschel entlang des Hinterleibs. Diese Merkmale machen den Japankäfer eindeutig erkennbar. Typisch ist ausserdem sein Verhalten bei Gefahr: Er spreizt die Beine seitlich ab.
Um Japankäfer oder die Asiatische Hornisse effektiv zu bekämpfen, brauchen wir moderne Pflanzenschutzmittel und Biozide. Einschränkungen, die den Einsatz dieser notwendigen Mittel verunmöglichen, spielen den invasiven Arten in die Hände und führen dazu, dass wir bei der Erhaltung unserer Biodiversität langfristig den Kürzeren ziehen.
Monitoren und handeln statt zusehen
Invasive Arten sind eine dauerhafte Herausforderung, die durch den Klimawandel zusätzlich an Fahrt gewinnt. Um unsere Landwirtschaft und die heimische Natur zu schützen, braucht es deshalb pragmatische Lösungen statt ideologischer Blockaden. Nur indem wir modernen Pflanzenschutz und Bekämpfungsmittel wie Biozide konsequent und fachgerecht einsetzen, können wir die Ausbreitung solcher Schädlinge wirksam eindämmen und unsere Biodiversität langfristig erhalten.
Invasive Schädlinge auf dem Vormarsch
Invasive Schädlinge stellen eine wachsende Bedrohung für die Schweizer Landwirtschaft und Biodiversität dar. Durch globalen Handel, Klimawandel und Reiseverkehr gelangen immer mehr fremde Arten in die Schweiz und richten erhebliche Schäden an Kultur- und Wildpflanzen an.
Beispiele dafür sind der Japankäfer, der sich rasant ausbreitet und einheimische Kulturpflanzen gefährdet, die Edelkastaniengallwespe, die Kirschessigfliege oder der Asiatische Laubholzbockkäfer. Sie alle bereiten Landwirten und Naturschützern zunehmend Sorgen. Der Schutz von Pflanzen vor diesen Bedrohungen bleibt eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit. Effektive Pflanzenschutzmittel, praxistaugliche Bekämpfungsstrategien und ein konsequentes Monitoring sind essenziell, um die Ausbreitung dieser Schädlinge einzudämmen.
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